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Wir machen Babymoon – noch einmal Urlaub zu Zweit

Wir machen Babymoon

Doch wohin soll es gehen?

Foto: © Catharina König

Catharina hat es damals gewagt und nicht bereut. Worauf ihr achten müsst, wie lange ihr noch fliegen dürft und welche Reiseziele sich besonders für einen Babymoon eignen, verrät sie euch hier im Pinolino blog

Babymoon. Ein Ausdruck, den ich vor meiner Schwangerschaft noch nicht kannte. Und tatsächlich war unser letzter Urlaub zu zweit auch gar nicht als Babymoon geplant, sondern einfach als Urlaub. Nach langem hin und her haben wir uns im Frühjahr 2014 dazu entschieden, im Herbst desselben Jahres nach Miami zu fliegen. Mehrere Vorteile sprachen damals dafür: Wir waren noch nie da, das Wetter ist stabil und warm, Hurricane-Saison ist vorbei, es gibt einen Strand sowie eine coole Stadt (ein extrem wichtiges Kriterium!), sowie multikulti Einfluss aus Kuba, Mexiko etc.
Dass es dort recht schwül sein sollte, war zwar ein kleines Manko, gab uns zum Zeitpunkt der Buchung (viele Transatlantik-Flüge buchen wir immer sehr früh, da sind die Flüge oft noch günstig) aber keinen Anlass zur Sorge.
Und dann wurde ich schwanger. Und dann kamen die Fragen bezüglich des in einem knappen halben Jahr bevorstehenden Urlaubs auf: Darf ich dann überhaupt noch fliegen? Was ist mit der Thrombose-Gefahr? Schwüles Klima heißt meist auch Mücken, gibt es dort als Schwangere etwas Besonderes zu beachten? Wie wird mein Körper mit dem Jetlag fertig?

Foto: © Catharina König

Zunächst einmal an dieser Stelle: Ich kann euch natürlich nur explizit von meinen eigenen Erfahrungen berichten. Jeder Körper reagiert anders, jede Schwangerschaft ist anders und jede Frau ist anders. Aber vielleicht sind ja einige der folgenden Tipps hilfreich für euch! Falls ihr unsicher seid, fragt bitte immer in Eurer Frauenarzt-Praxis oder bei einer erfahrenen Hebamme nach!

Frage: Wie lange darf ich noch im Flugzeug fliegen in der Schwangerschaft?
Antwort: Das ist tatsächlich von Fluglinie zu Fluglinie unterschiedlich. Ich war damals in der 27. Woche und es war kein Problem und es hat auch niemand danach gefragt, wie weit ich sei. Weder beim Check-in, noch bei der Immigration in den USA. Die Lufthansa beispielsweise lässt euch noch bis zur 36. SSW ohne ärztliches Attest mitfliegen, United bis Ende des achten Monats. Danach mit Attest, dass innerhalb von 72 Stunden vor Flug ausgestellt wurde. Erkundigt euch am besten direkt bei eurer Fluglinie!

Frage: Wie sieht es mit der Thrombose-Gefahr aus?
Antwort: Das hängt enorm von euren physiologischen Gegebenheiten ab. Thrombose-Strümpfe sind auf Lang- aber auch mittleren Flugstrecken mit Sicherheit empfehlenswert. Mein Arzt gab mir damals zwei Thrombose-Spritzen mit, die ich mir einfach am Morgen des Abflugs selbst in den Oberschenkel injizierte. Das kostete zugegebenermaßen etwas Überwindung, dafür hatte ich dann einen Punkt weniger, um den ich mir Gedanken machen musste.

Frage: Ist schwüles Klima für Schwangere überhaupt geeignet?
Antwort: Auch hier gilt, das ist sehr abhängig von euch und eurer Konstitution. Aber überall auf dem Globus in allen Klimazonen werden Frauen schwanger, leben dort und gebären dort ihre Kinder. Mich haben die Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit durchaus mal etwas schlapp gemacht. Aber dann sind wir entweder mit Sonnenschirm an den Strand, an einen Pool oder ins klimatisierte Appartement zur Abkühlung gegangen.

Kleiner Einschub: Apropos Sonnenschutz! Während der Schwangerschaft ist die Haut oftmals empfindlicher. Grund sind die hormonellen Veränderungen im Körper. Ich habe viel Zeit im Schatten, mit Sonnenhut, dünnen aber längeren Tuniken und stets gut eingecremt verbracht!

Frage: Wie ist das mit dem Jetlag? Heftiger? Besser? Egal?
Antwort: Auf dem Hinweg hatte ich keinen Jetlag. Das hat mich selbst überrascht, aber als wir (nach etlichen Stunden Verspätung) in Miami gelandet sind, war es dort kurz vor Mitternacht und in Deutschland schon wieder früher Morgen, ich war also gut 24 Stunden wach, als wir endlich ankamen. Nach einem Schockmoment bei der Autovermietung (trotz bestätigter Reservierung war kein Auto mehr zu bekommen) haben wir uns ohne Auspacken (ok, bis auf den Kulturbeutel) sofort ins Bett gelegt, als wir bei unserem Appartement ankamen. Haben bis etwa 7 Uhr morgens geschlafen und wurden davon geweckt, dass es sturzbachartig regnete. Jetlag? Fehlanzeige. Allerdings war der Jetlag beim nach Hause kommen so extrem, dass mein Mann mich morgens anschaute und sagte: „Oh, ich glaube, du bleibst heute mal lieber zuhause.“ Ob es an der Schwangerschaft lag oder nicht, weiß ich nicht. Aber in der Tat war das der heftigste Jetlag, den ich je bislang hatte und es ging mir überhaupt nicht gut, dauerte aber auch nur etwa einen Tag.

Frage: Und was, wenn doch mal was ist?
Antwort: Davor ist man nie gefeit. Weder zuhause, noch im Urlaub, weder nicht schwanger, noch schwanger. Da heißt es nur: Vorbereitung ist alles. Eine Auslandskrankenversicherung sowie eine Reiserücktrittsversicherung sollten da Pflicht sein. Außerdem habe ich mich erkundigt, wo das nächste Krankenhaus in unserem Urlaubsort South Beach ist und auch mein Frauenarzt wusste ein sehr gutes Krankenhaus vor Ort zu empfehlen. Und dann war ein Sicherheitsaspekt natürlich auch, dass wir nicht in ein Land mit schlechter Infrastruktur oder Verständigungsproblemen geflogen sind. Das war sehr beruhigend.

Ein natürlicher Pool, künstlich angelegt in einem Naturschutzpark, im südöstlichen Teil Miamis.
Foto: © Catharina König

Frage: Und, wie war der Babymoon jetzt?!
Antwort: Extrem toll! Und ich bin im Nachhinein immer noch so froh, dass wir diese zwei Wochen Urlaub zu zweit nochmal gemacht haben. Wir haben sehr viel sehr amerikanisch gefrühstückt (ich sag nur Pancakes mit Bacon!), waren viel an teils auch abgelegenen Stränden, haben die Florida Keys und die Everglades besucht und haben uns dann auch an einer der uramerikanischsten Freizeitbeschäftigungen betätigt: Dem Shoppen! Das passte extrem gut, denn Babyklamotten hatten wir zuhause noch keine und, war es uns doch mal zu heiß, waren die klimatisierten Outlet-Malls ein sehr willkommenes Ziel.
Und das Witzigste: Im Nachhinein kommt es mir so vor, als wäre unsere Tochter doch schon irgendwie dabei gewesen.

Hier meine Miami-Tipps im Überblick:
Abendessen: Joe’s Stone Crab
Frühstück: Big Pink und 11th street diner
Snacks und Mittagessen: Roasters’n’Toasters, ein Deli in North Miami Beach
Shopping: In South Beach die Collins Avenue und Lincoln Road Mall
Outlet-Shoppen: Sawgrass Mills (auf dem Weg hierhin unbedingt einen Frühstücksstop bei Grampa’s Bakery einlegen – ein richtig amerikanisches Diner)
Strände: South Beach, oder, wer etwas Fahrt und eine geringe Parkgebühr in Kauf nimmt, findet den weitaus ruhigeren Haulover Beach Park im Norden von Miami Beach
Schwimmen: Entweder im Atlantik (oft hängen allerdings Flaggen, die vor Gefahren im Wasser warnen) oder im Venetian Pool
Natur: Natürlich die Everglades! Wir waren u.a. in Flamingo Point, dort kann man mit Glück Manatees, Delfine, Krokodile oder sogar Haie sehen.


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