Die Wahrheit über die erste Zeit nach der Geburt

Die erste Zeit nach der Geburt

Die ungeschminkte Wahrheit

Die erste Zeit nach der Geburt stellt das Leben von euch und eurem Baby ganz schön auf den Kopf.

Mit der Geburt des ersehnten Kindes ändert sich schlagartig das ganze Leben. Was auch immer man vorher geplant und gedacht hat, es kann gut sein, dass alles über den Haufen geworfen ist. Und gegen den Hormoncocktail, der den Körper überflutet, sind die Wochen und Monate der Schwangerschaft harmlos, auch wenn sie oft ein ganz schönes Auf und Ab waren.

Was ist denn das Wichtigste nach einer Geburt? Das jeder seine eigenen Bedürfnisse wirklich ernst nimmt und sie den anderen auch kommuniziert. Man sollte nichts tun, womit man sich total unwohl fühlt, nur „weil man es eben so macht“. Wir haben die wichtigsten Punkte dazu einmal notiert:

Besuch, ab wann?

In diesem Punkt sind Familien sehr unterschiedlich. Während die einen am liebsten die besten Freundinnen mit in den Kreißsaal nehmen würden, um diesen wichtigen Moment mit ihnen zu teilen, brauchen andere nach der Geburt erst einmal Ruhe – und diese Phase kann unterschiedlich lange andauern!

Um Familienmitgliedern und Freunden das freudige Ereignis mitzuteilen und sie auch gleich mit einzubeziehen, könnt ihr schöne Geburtstagskarten versenden. Denn so nett Sprachnachrichten auch sind, eine schön gestaltete Karte ist etwas Handfestes, das man aufbewahren und später immer wieder ansehen kann.
Familienmitglieder sollten Verständnis dafür haben,
dass sie erst einmal aus dem trauten Familienglück ausgeschlossen und Besuche auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Es ist absolut legitim, das so zu handhaben, wenn es sich gut anfühlt.
Auf der anderen Seite hoffen wir auch, dass jeder, der sich ganz dringend emotionalen und praktischen Support wünscht, diesen auch bekommt. Manche Mütter bzw. frisch gebackenen Eltern fühlen sich unsicher oder wollen einfach ganz bestimmte, liebe Menschen um sich haben. Auch das ist in Ordnung. Ladet ein und lasst euch bekochen, mit frischem Brot versorgen und das kleine Wunder zusammen feiern!

Wichtig: Niemand kann wissen, was ihr braucht und was ihr euch wünscht, wenn ihr es nicht klar und deutlich ausdrückt. Nehmt euren Mut zusammen, wenn ihr es bisher nicht gewohnt wart, eure Bedürfnisse mitzuteilen. Nicht jeder ist gleich gut darin, doch man kann es üben!

Nur ihr selbst entscheidet, was ihr und euer Baby braucht und was euch gut tut.

Die Hebamme

Um eine Hebamme kann man sich nicht früh genug kümmern. Sie wird nach der Geburt zu einem der wichtigsten Ansprechpartner rund um alle Fragen, die das Baby, das Stillen, die Gesundheit und die Rückbildung der Mama betreffen. In den großen Städten kann es sein, dass man es etwas schwer hat, eine passende Hebamme zu finden, denn eine sinkende Zahl an Hebammen steht einer steigenden Zahl an Geburten gegenüber. Zudem sind die Arbeitsbedingungen dieser wichtigen Frauen in den letzten Jahren schwieriger geworden. Jeder Frau steht jedoch die Betreuung durch eine Hebamme zu und sie sollte nicht darauf verzichten! Am besten beginnt ihr recht früh mit der Suche, dann kann sie euch bereits in der Schwangerschaft unterstützen.

Der Körper

Wir wissen alle, dass Models und Schauspielerinnen, die nach wenigen Wochen mit einem unglaublichen After-Baby-Body Aufsehen erregen, bestimmt mindestens einen Personal Trainer haben und sich meist auch nicht nur selbst um die Ernährung und das Kochen kümmern müssen. Oder um unaufgeräumte Zimmer von Geschwisterkindern, die Wäsche, Schulprobleme oder sonstige Dinge des Alltags. Kein Wunder also, dass sie es schaffen, so schnell wieder so gut auszusehen. Auch wenn uns die Unterschiede klar sind, vergleichen wir uns dennoch mit ihnen. Und das sollten wir ganz schnell sein lassen.

Ein Babybauch, aus dem gerade ein Kind geschlüpft ist, sieht seltsamerweise immer noch aus wie im siebten Monat. Hatte man einen Dammschnitt, wird man eventuell richtig fiese Schmerzen auf der Toilette erleben, sollte sich aber hüten, die Mamas mit einem Kaiserschnitt zu beneiden: diese haben kein bisschen weniger Schmerzen. Wer sich gefreut hat, seine Tage für 9 Monate nicht zu haben, der sei gewarnt: Der Körper holt alles nach und quetscht die neun Monate Blutung mal eben in ein paar Wochen. Von der Lust auf Intimität mit dem Partner ist zunächst kaum eine Spur zu sehen, denn man fühlt sich derangiert und alles tut weh. Der Trost: Das wird wieder, wenn auch nicht so schnell wie bei Heidi Klum und Co.

Alles glücklich, oder was?

Da hat man den kleinen Schatz so sehnlichst erwartet. Vielleicht sogar vorher lange gewartet und gebangt, ob man überhaupt schwanger werden wird. Vielleicht musste man Untersuchungen und Behandlungen auf sich nehmen, bis es endlich so weit war. Man steht neun teilweise beängstigende Monate durch, quält sich durch eine Geburt und hält dann den kleinen Schatz in den Armen, und fühlt: Nichts. Oder Traurigkeit. Das Kleine schreit, anstatt einen anzulächeln, wie es bei Geburtsberichten so oft zu sehen oder zu lesen ist, und man bekommt zusätzlich ein schlechtes Gewissen.

Keine Sorge und entspannen! Dieser sogenannte Baby Blues betrifft viele Frauen und hängt mit dem plötzlichen Abfall der Hormone zusammen. Anstatt glücklich zu sein, hat man auf einmal einen riesigen Weltschmerz und fängt bei jeder Gelegenheit an zu weinen. Vielleicht wird einem auch jetzt erst richtig bewusst, wie viel Verantwortung man auf einmal hat. Viel lieber wäre man aber eine glücklich lächelnde Mutter. Nur kein Druck! Erwartet nicht etwas, das nicht der Realität entspricht und macht euch damit noch unglücklicher. Alles, was ihr fühlt, ist normal und legitim und hat seine Berechtigung. Der Baby Blues verschwindet in der Regel von selbst, wenn sich die Hormone wieder eingespielt haben. Falls nein, dann sucht das Gespräch mit der Gynäkologin, sie hat sicherlich eine Lösung.

Die wichtigste Lektion nach der Geburt: Alles wird schon! Nur die Ruhe und die Dinge nehmen, wie sie kommen. Vieles ist ganz anders, als man es sich vorgestellt hat, doch das ist in Ordnung. Es ist, wie es ist!

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Lisa



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