Das Glück wohnt überall, Frau mit Pferd, Katharina Teimer

Interview: Das Glück wohnt überall

„Das Gück wohnt überall“

Doch wie finden wir es?

Foto: © arsEdition

Während einige Nationen als ganz besonders gelten und scheinbar ein Glücksgen in sich tragen, tun sich manche Menschen schwer. Doch Glücklich sein kann man lernen. Buchautorin Katharina Teimer hat sich für ihr Buch „Das Glück wohnt überall“ rund um die Welt auf die Suche nach dem Glück gemacht – und wir konnten exklusiv mit ihr sprechen:

Ist Glück eine Momentaufnahme oder ein Grundgefühl?
Ich finde, Glück kann beides sein. Wenn man – so wie ich bei der Arbeit am „Glücksbuch“ – die Augen offenhält, findet man immer wieder glückliche Momente im Alltag. Sei es ein besonders schöner Wintermorgen mit Raureif auf den Grashalmen, eine herzliche Umarmung, ein Kinderlachen oder ein besonders leckeres Frühstück mit der ganzen Familie. Das Grundgefühl Glück ergibt sich dann aus diesen kleinen Momenten, wenn man sie zu schätzen weiß. Ein kleines Lächeln hier und da und schon schaltet unser Gehirn auf „Glück“, so dass wir uns insgesamt wohler fühlen in unserer Haut und unserem Alltag.

Wie unterscheidet sich die Wahrnehmung von Glück auf der Welt? Die Russen sind ja recht abergläubig, in China ist auch der persönliche Einsatz wichtig.
Bei meiner Recherchearbeit für „Das Glück wohnt überall“ habe ich gelernt, dass die Wahrnehmung von Glück zwar auf den ersten Blick unterschiedlich scheint, weil die Bräuche und Details sich je nach Land und Mentalität unterscheiden. Im Grunde aber sind wir alle Menschen, egal, wo wir leben und für unser Glück sind uns dieselben Voraussetzungen wichtig wie Geborgenheit, Sicherheit, Gesundheit, eine Familie, gute Freunde und Frieden. Wie man diese Voraussetzungen für sich schafft, da zeigen sich wieder die regionalen und traditionellen Unterschiede. Manchmal ist es wichtig, bestimmte Dinge zu vermeiden, daran glauben zum Beispiel die Russen. Und manchmal ist es wichtig, bestimmte Dinge zu tun, wie es die Chinesen glauben. Ich finde, dass beides seine Berechtigung hat und dass man beides für sich ausprobieren sollte.

„Das Glück wohnt überall“, dabei gelten die Dänen als glücklichstes Volk – woran liegt das? Was können wir von den Dänen und der aktuellen „Hygge-Bewegung“ lernen?
Die Dänen schaffen traditionell etwas, was andere Nationen sich noch abschauen könnten: sie genießen das Leben und schaufeln sich nach Möglichkeit Zeit frei für die wichtigen Dinge, die uns Menschen glücklich machen. Das viel beschriebene dänische Glücksgefühl „Hygge“ ist mit ganz wenig Aufwand übertragbar auf uns. Es geht hauptsächlich darum, über unserem Alltag das Leben nicht zu vergessen und sich Zeit zu schaffen für die angenehmen „Nebensächlichkeiten“. Zum Beispiel eine Tasse Kaffee oder einen Spieleabend mit Freunden, einen Spaziergang an der frischen Luft, einen elektronikfreien Tag mit viel Kuschelzeit auf dem Sofa, einen Museumsbesuch und vieles mehr, für das sonst oft die Muße fehlt. Das Prinzip für die Umsetzung ist ganz einfach: es ist genug Zeit da, wir müssen sie uns nur nehmen.

Gibt es so etwas wie eine Glücksbilanz? Und kann man die steigern?
Ich glaube nicht, dass man Glück messen kann oder messen sollte. Wer kann schon sagen, was einen anderen Menschen wirklich glücklich macht? Das muss jeder für sich selbst herausfinden und ausnahmsweise kann man es einmal nicht an Zahlen festmachen. Gerade das Umdenken und sich Abwenden vom ständigen Messen, Beziffern und Wiegen, das unsere Zeit bestimmt, kann Platz schaffen für das Erleben von Glück. Eines der Geheimnisse bei der Suche nach Glück ist meiner Meinung nach mit dem modernen Begriff der Entschleunigung wunderbar beschrieben. Wer es schafft, ein bisschen Langsamkeit für sich zu entdecken, kann die kleinen Glücksmomente besser wahrnehmen. Und damit steigert sich das Glück ganz von selbst.

Wie wir kleine große Glücksmomente im Alltag sammeln können, davon hatte ich euch hier schon einmal berichtet:

Wer es schafft, ein bisschen Langsamkeit für sich zu entdecken, kann die kleinen Glücksmomente besser wahrnehmen.Katharina Teimer

Gibt es ein Glücksrezept?
Es gibt nicht nur eines, sondern mindestens so viele wie es Menschen gibt! Eines meiner ganz persönlichen Glücksrezepte ist ein Ausritt mit meinem Pferd bei schönem Wetter, immer der Nase nach und so schnell oder langsam wie wir gerade lustig sind. Da gibt es an jeder Ecke etwas Schönes zu entdecken und Mensch und Tier genießen den gemeinsam verbrachten Moment. Eine andere Idee für ein bisschen Glück für sich und andere: einfach mal die Menschen anlächeln, denen man begegnet. Wenn sie zurücklächeln – und das tun sie so gut wie immer – sind beide für einen Augenblick ein bisschen glücklicher. So einfach kann es sein!

Was bedeutet „kleines großes Glück…“ für Sie persönlich?
Die Zeit mit Tieren hatte ich ja schon angesprochen, das ist ein großes Glück für mich. Kleine und große Glücksmomente sind mit Tieren besonders einfach zu erleben, weil sie im Augenblick leben und uns das auch wieder beibringen können, wenn wir es zulassen. Bücher gehören zu einem großen Teil zu meinen Glücksmomenten dazu: Ein Buch in der Hand zu halten, zu riechen, zu fühlen, es aufzuschlagen und zu lesen ist für mich immer wieder ein Glücksgefühl. Umso mehr natürlich, wenn ich ein von mir geschriebenes Buch in der Hand halte wie „Das Glück wohnt überall“. Das setzt noch einmal einen besonderen Glückskick obendrauf!

Diesen Beitrag teilen

Teile diesen Beitrag

Mehr lesen

Beitrag von


Beitrag von
Christina

Christina

Meet... Christina


Pinolino auf Instagram






Letzte Beiträge


Werde unser Fan!