Like a fake? Mütter brauchen auch mal eine Pause

Mama braucht eine Pause!

Mama braucht eine Pause!

Warum es allen Familienmitgliedern guttut, wenn Mütter sich eine Auszeit nehmen

Fotos: © Catharina König

Eigentlich ist das ja kein Geheimnis, und doch hört man es immer wieder: Mütter tun sich verdammt schwer, sich mal eine Auszeit zu gönnen. Warum das aber wirklich wichtig ist, erzählt euch Catharina heute anhand eines kleinen Beispiels.

Zuallererst muss ich eingestehen, dass ich erst wenige Übernacht-Auszeiten von meiner Familie hatte. Das hat sich bislang einfach so ergeben, ist aber definitiv ein Programmpunkt, den ich bald wieder verstärkt angehen will. Zumal sogar mein Mann letztens nach einer sehr kräftezehrenden Krankheitsphase unserer Tochter (Grippe), die sich direkt an unseren Urlaub anschloss, nach einem mauligen Kommentar meinerseits sagte: Ich glaube, Mama fährt bald mal ohne uns weg. Er kennt mich gut. Er weiß, ich brauche meine Freiräume, meine Auszeiten.

Wer Stress hat weiß: Das geht auch auf den Körper. Wir sind müde, nicht mehr belastbar und schnell erschöpft.

Denn es ist bei mir so, und ich bin ziemlich sicher, dass ich da kein Einzelfall bin: Je mehr man mir meine Freiräume nimmt und mich fremdbestimmt, desto nöliger und ungenießbarer werde ich. Der aktuelle Grund meines Genervtseins am Wochenende kam folgendermaßen zustande und baute sich über eine gewisse Zeit auf:

Das Stresslevel steigt ganz allmählich

Ein paar Tage vor den Weihnachtsferien hatten wir beschlossen, Ella aus der KiTa zu nehmen, damit sie sich nicht auf den letzten Drücker (wie so oft) vor den Feiertagen ansteckt, schließlich wollten wir direkt nach Weihnachten in den Urlaub. Das hatte erfolgreich funktioniert und wir verbrachten insgesamt drei entspannte Wochen inklusive Sonnenurlaub als Familie zusammen. Aber Achtung: Wir waren die ganze Zeit zusammen, es gab für niemanden eine Pause vom Familie-Sein. Dann kamen wir zurück, Ella war zwei Tage in der KiTa und bekam dann plötzlich nachts Pseudo Krupp mit 40° C Fieber. Das Kind so leiden zu sehen und zunächst nicht zu wissen, was los ist, war schrecklich und zehrte an unseren Kräften. Insgesamt zog sich das hohe Fieber über eine Woche lang hin, dann folgten fünf Tage mit etwas niedrigerem Fieber und dann sollten wir sie noch eine Woche zuhause lassen, damit sie sich wieder berappeln kann und sich nicht gleich den nächsten Infekt einfängt. Also insgesamt nochmal 2,5 Wochen zuhause.

Familienalltag in der Krankheitsphase: Wie organisieren wir uns

Das hieß also: Organisieren, wer wann arbeitet oder eben zuhause bleibt. Dazwischen gab es nichts. Natürlich hat es auch uns leicht erwischt und zusätzlich zum kranken Kind schleppte ich mich mit leichtem Fieber und einer Nasennebenhölenentzündung durch die Wohnung. Was angesichts eines so kranken Kindes aber zur völligen Nebensache gerät. Allerdings: Auskurieren tut man sich so selbst natürlich auch nicht. Und dann war einfach mal die Luft raus. Sie gelangweilt, weil seit Wochen ohne Kontakt zu ihren Freunden und mir ging es ja ganz ähnlich: Ich hatte innerhalb von fast drei Wochen nur selten die Wohnung verlassen geschweige denn Freunde getroffen.

Nicht nur im wörtlichen Sinne haben Mamas viel zu schleppen. Der emotionale Ballast (Kind krank, Arbeit, Partnerschaft, Freunde = Vereinbarkeit) schlaucht auch.

Die Zündschnur ist kurz: Mama braucht Pause

Mein Frustpegel war entsprechend hoch, meine Zündschur kurz. Und das habe ich meine Familie spüren lassen. Ich gab schnippische Antworten, und fühlte mich nur noch wie ein Erfüllungsgehilfe zwischen Waschmaschine und Herd. Es war also höchste Zeit für eine Pause. Denn ich wusste, dass ich nur so maulig war, weil ich unausgeglichen war. Ich ließ meine schlechte Laune an Mann und Kind ab. Wie fies! Als Ella dann wieder in die KiTa ging, habe ich etwas für mich eher untypisches getan. Anstatt mich sofort wieder hinter den Schreibtisch zu klemmen, habe ich den ersten freien Vormittag genutzt, um mich mit einer Freundin zum Frühstück und zum Shoppen zu verabreden. Es waren „nur“ 2,5 Stunden, aber die taten so gut. Ich war entspannt, glücklich eine gute Freundin gesehen zu haben und habe mich so riesig darauf gefreut, mein Kind nachmittags aus dem KiTa abzuholen. Und wir hatten den entspanntesten Nachmittag seit langer Zeit!

Ist Mama entspannt, ist es der Rest der Familie meist auch. Also: Gönnt den Mamas ihre Pause.

Auch Christina hatte euch einmal berichtet über die „Kleine Auszeit vom Mama-Sein“:

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