Mein Praktikum in Dänemark

Mein Praktikum in Dänemark

Pinolino Auszubildende Carla berichtet

Dänemark: Pinolino Auszubildende Carla hat dort ein Praktikum absolviert.

Im Sommer 2020 absolvierte unsere Auszubildende Carla ein Praktikum bei unserem Handelspartner in Dänemark. Was sie dort gelernt und erlebt hat, was sie aus ihrem Praktikum sonst noch mitgenommen hat und welche Tipps sie für andere Auszubildende hat, die auch ein Auslandspraktikum machen wollen, erfahrt ihr hier.

Planung und Organisation des Praktikums

Carla, du hast dein Praktikum in Dänemark absolviert. Warum gerade dort?
Ich habe mein Praktikum in Dänemark absolviert, weil wir dort einen dänischen Distributor haben, der unsere Produkte im skandinavischen Raum vertreibt (Norwegen, Finnland, Schweden, Dänemark, aber auch in Grönland und Island). Mir war es wichtig, dass das Praktikum auch für Pinolino einen Mehrwert hat und nicht nur für mich.

Hast du dafür vorher extra ein wenig Dänisch gelernt?
Ich habe im Vorfeld nur ein paar Wörter Dänisch gelernt.

Wie hast du dir deinen Praktikumsplatz bei Import for Kids organisiert?
Ich habe mir den Praktikumsplatz eigeninitiativ und eigenständig nach Absprache mit der Geschäftsführung, der Personalabteilung, dem Exportteam und der Schule organisiert. Bevor ich die Bewerbung geschrieben habe, erkundigte sich meine kundenverantwortliche Kollegin zuerst, ob Import for Kids sich überhaupt vorstellen könnte, einen Praktikanten aufzunehmen. Ende 2019/Anfang 2020 hatte ich dann die Zusage. Es war eine Menge Bürokratie im Spiel. Ich brauchte sehr viele Dokumente – weit mehr Dokumente als nur für einen Urlaub. Für einen Urlaub braucht man oft nur einen Personalausweis und eine Buchungsbestätigung. Wenn man im Ausland arbeiten möchte, braucht man weitaus mehr. Gerade durch Corona bin ich auf so einige Herausforderungen vor meinem Praktikum gestoßen, da Grenzkontrollen eingeführt wurden und die Grenzüberschreitung lange Zeit nur aus einem „einreisetriftigen Grund“ erlaubt war.

So war das Praktikum in Dänemark

In welcher Abteilung hast du während deines Praktikums gearbeitet und was genau waren deine Aufgaben?
Ich habe mehr oder weniger in jeder Abteilung gearbeitet. Import for Kids ist noch ein sehr junges Unternehmen und wurde 2017 gegründet. Sie haben aktuell 5 Mitarbeiter, wollen aber bald neue Mitarbeiter einstellen. Ich habe Einblicke in den Vertrieb, den Einkauf, die Logistik, das Marketing aber auch in die IT bekommen.

Ich habe mich mit einer Marktanalyse, mit Übersetzungen für die Internetseite, dem automatischen Import von Daten, Optimierungen in der Logistik und dem Zoll beschäftigt. Bei der Marktanalyse ging es beispielsweise darum, Wachstumspotentiale zu erkennen und in Angriff zu nehmen. Ich habe mich aber auch intensiver mit der Optimierung von Handelsbeziehungen beschäftigt. Auf Basis meiner Recherchen und Erarbeitungen wurden dann gemeinsam Maßnahmen besprochen, die entweder bereits umgesetzt sind oder noch umgesetzt werden.

Was hat dir besonders gut gefallen während deines Praktikums?
Die offene Art der Mitarbeiter hat mir besonders gut gefallen. Zudem stand ich im intensiven Austausch mit dem Geschäftsführer von Import for Kids. Ich hatte somit das Gefühl auch wirklich Einfluss auf die Entscheidungen zu haben und reale Veränderungen mitzugestalten.

Ich bin aber auch mit der Einstellung in das Praktikum gegangen, dass ich zur Optimierung der Handelsbeziehung aktiv beitragen und etwas bewirken möchte. Ich wollte mir das Unternehmen und den Arbeitsalltag nicht einfach nur angucken.

Gab es große Unterschiede zum Arbeitsalltag in Deutschland? Wenn ja, welche?
Ja, es gab keine Gleitzeit. Gearbeitet wurde immer montags bis freitags von 8:15-16:15. Bei Pinolino arbeiten wir montags bis donnerstags etwas länger, haben aber einen kurzen Freitag, was mir persönlich besser gefällt.
Dieser Unterschied ist, denke ich, aber nicht länderspezifisch. Es gibt auch Unternehmen in Deutschland, die keine Gleitzeit haben und freitags länger arbeiten.

Die Programme waren alle auf Dänisch. Gearbeitet wurde dort vor allem mit Microsoft (Outlook, PowerPoint, Excel..). Dadurch, dass ich die Programme aus dem deutschen Arbeitsalltag kenne, war es nicht so schwierig sich auf einer anderen Sprache darin zurechtzufinden. Trotzdem habe ich das ein oder andere Programm dann aber doch auf Englisch umgestellt, da ich so schneller arbeiten konnte. Ansonsten ist der dänische Arbeitsalltag vergleichbar zum deutschen.

Das hat Carla sonst noch aus ihrem Praktikum mitgenommen

Wie kannst du das in Dänemark Gelernte bei Pinolino einsetzen?
Ich konnte nach dem Praktikum etwas zur Verbesserung der automatischen Prozesse bei Pinolino in Zusammenarbeit mit der IT, dem Vertrieb und der Logistik beitragen. Bei Import for Kids sind viele Prozesse bereits automatisiert, die wir bei Pinolino zum Teil noch händisch ausführen.
Ansonsten habe ich neue Ideen und Ansätze für den Arbeitsalltag und die Arbeitsweise bei Pinolino und für das Thema Nachhaltigkeit bekommen. Ich denke, dass es in allen Unternehmen immer etwas gibt, wovon man lernen kann. Zum Beispiel wird bei Import for Kids nichts gedruckt, außer Versandetiketten.

Møns Klint, die höchste Steilküste Dänemarks, ist immer einen Ausflug wert!

Der Aufenthalt in Dänemark

Wo hast du während deines Aufenthalts in Dänemark gewohnt?
Meine Unterkunft habe ich über Airbnb gebucht und in Greve, 450 m vom Strand entfernt, in einem gelben Holzhaus gewohnt. Die Unterkunft war mit dem Auto ca. 10 Minuten von der Arbeit entfernt. Kopenhagen ist innerhalb von 25 Minuten mit dem Zug von Greve aus zu erreichen.

Hattest du die Gelegenheit, in deiner Freizeit noch mehr von Dänemark zu sehen? Wenn ja, wo warst du überall und was hast du alles unternommen?
Ich war immer am Wochenende unterwegs. Einen Tag war ich in Kopenhagen und am nächsten Wochenende habe ich mir Møns Klint (eine weiße Steilküste) angesehen. Sehr gerne wollte ich noch nach Malmö (Schweden), davon wurde mir aber von den dänischen Kollegen aufgrund von Corona abgeraten. Auf der Hinfahrt habe ich eine Nacht in Hamburg verbracht und mir abends als ich dort war noch ein wenig von der Stadt angesehen. Ansonsten habe ich es sehr genossen 3 Wochen lang so nah am Strand zu wohnen.

Fazit und Pläne für die Zukunft

Könntest du dir vorstellen nach deiner Ausbildung auch mal für längere Zeit im Ausland zu leben und zu arbeiten?
Diese Frage kann ich definitiv mit ja beantworten. Das reizt mich total. Ich kann mir vorstellen in China, Spanien, Indien oder Neuseeland zu arbeiten. Für kürzere Außendienste kann ich mir auch vorstellen in viele weitere Länder zu fahren. In China und Indien würden mir, denke ich, ein paar Monate oder Wochen reichen, langfristig dort zu leben kann ich mir eher weniger vorstellen. Außerdem könnte ich mir vorstellen für einen Zeitraum von etwa 1-3 Jahren in Spanien zu arbeiten, z.B. in Madrid. Auch kann ich mir vorstellen in Neuseeland meinem Beruf nachzugehen und dorthin auszuwandern, da ich mich während meines Auslandsjahres dort sehr wohl gefühlt habe. Aber auch beim Auswandern sehe ich immer wieder einen Weg zurück. Ich bin einfach interessiert daran, andere Länder kennenzulernen und in deren Arbeitswelt tiefer einzutauchen. In Indien reizt mich vor allem Bangalore, das indische Silicon Valley. Auswandern nach Neuseeland wäre schon ein „langfristiges Lebensprojekt“. Alleine auswandern würde ich denke ich eher nicht. Das kommt dann darauf an wie es das Leben gerade hergibt. Mit meiner Familie habe ich auch schon darüber gesprochen.

Natürlich fehlt mir in solchen Fällen meine Familie, gerade an Weihnachten oder Geburts- , Feier-, oder Sonntagen will ich meine Familie gerne sehen. Oder auch in Krankheitsfällen stelle ich mir das ganz schrecklich vor, nicht da zu sein. Aber im Notfall steigt man einfach in den nächsten Flieger und fliegt zurück. Da achte ich auch ganz genau drauf, dass immer so viel Geld da sein muss.

Auch Freunde fehlen mir, wenn ich im Ausland bin. Aber ich weiß, dass ich loslassen kann und dass meine besten Freunde bleiben, auch wenn ich sie nicht so häufig sehe. Das mag sich jetzt komisch anhören, aber ich empfinde Zeit mit guten Freunden als qualitativ hochwertiger, wenn ich sie nicht so oft sehe. Ich treffe mich gerne mit Freunden, wenn ich weiß, dass was passiert ist und dass man sich was zu erzählen hat. Das finde ich persönlich viel spannender als 4x die Woche so „aufeinander zu hängen“.

Ich teile aber auch die Lebenseinstellung „alles kann, nichts muss“. Das heißt jetzt nicht, dass ich alles was ich oben genannt/gesagt habe genauso umsetzen werde. Toll wäre das schon. Aber ich würde mich schon als Person beschreiben, die ihre Träume auch umsetzt. Ich gehöre eigentlich nicht zu den Leuten, die groß ihren Mund aufmachen, dass sie dieses und jenes gerne mal machen würden, wo dann im Endeffekt aber nichts passiert.

Wie lautet dein abschließendes Fazit für dein Praktikum in Dänemark?
Ich bin sehr dankbar, dass mir der Auslandsaufenthalt ermöglicht werden konnte – es war eine lohnenswerte Erfahrung. Die Persönlichkeit entwickelt sich weiter. Aus meiner Sicht war es super, das Praktikum bei einem bestehenden Handelspartner zu machen. So ist der Mehrwert für beide Parteien größer, als wenn man das Praktikum einfach irgendwo macht.

Ich bin wirklich sehr glücklich, dass mir trotz Corona die Entscheidung selbst überlassen wurde, ob ich das Praktikum antreten möchte oder nicht. Der Wunsch, zeitweise für die Arbeit oder ein Studium ins Ausland zu gehen, hat sich voll und ganz bestärkt. Gerne mehr davon. Ich habe verstanden, dass es mir im Leben nicht nur darum geht, theoretische Dinge auswendig lernen zu können. Es gibt noch so viele praktische Fähigkeiten, die es wert sind, erlernt zu werden. Vor dem Hintergrund hat sich mein persönlicher Wunsch zu einem dualen beziehungsweise berufsbegleitenden Studium in Richtung International Business bekräftigt. Das Auslandpraktikum hat mir einmal mehr gezeigt, dass ich eigenständig und unabhängig bleiben möchte. Besonders eine finanzielle Eigenständigkeit schenkt mir mehr Freiheit und mehr Freiheit macht mich glücklich.

Auch wenn man einige Dokumente benötigt: Ein Auslandspraktikum lohnt sich immer.

Tipps für andere Auszubildende

Hast du zum Schluss noch besondere Tipps für andere Auszubildende, die ebenfalls ein Praktikum im Ausland absolvieren wollen?
Ich bin ein großer Freund davon, Dinge, auf die ich selbst Bock habe, eigeninitiativ in die Wege zu leiten. Ich kann anderen, die ebenfalls ein Auslandspraktikum machen wollen, daher nur Mut zusprechen, dies zum Beispiel beim Ausbilder anzusprechen. Auch wenn der eigene Ausbildungsbetrieb diese Möglichkeit gar nicht explizit anbietet, lohnt es sich aus meiner Sicht trotzdem nachzufragen und auch darüber zu diskutieren.

In der besonderen Zeit von Corona sollte man sich dringend im Vorfeld darüber informieren, welche Regelungen in dem Land gelten und ob man überhaupt einreisen darf. Ich kann empfehlen mit dem jeweiligen Amt zu sprechen, wenn es beispielsweise Einreisebeschränkungen gibt. Außerdem musste bei mir ein zweites Mal geklärt werden, ob sich immer noch alle Parteien einverstanden zeigen, dass ich das Auslandspraktikum mache (Betrieb/Geschäftsführung und Praktikumsbetrieb).

Ich kann anderen sehr ans Herz legen, an solchen Träumen festzuhalten und alles dafür zu geben, damit es auch klappt. Natürlich hätte ich sagen können: „Nein, wegen Corona möchte ich nicht gehen, die ganzen extra Dokumente… Oh man, das ist mir alles viel zu viel Arbeit. Hilfe, ich weiß gar nicht wie das geht! Da reise ich lieber nicht.“ Dann wäre ich aber auch nicht zur Abschlussprüfung vom Europaassistenten zugelassen worden. Nur sehr ungern hätte ich alles einfach hingeworfen. Dafür war mein Traum zu groß.

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Lisa



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