Kindergarten, Kinderbetreuung

Die richtige Betreuung für unser Kind

Die richtige Betreuung
für unser Kind

Und was das Bauchgefühl damit zu tun hat

Foto: © Andrey Kuzmin/Fotolia

Ob Babysitter oder Leihoma, Tagesmutter oder Krippe. Die Betreuungsmöglichkeiten für Kinder sind vielfältig. Wir zeigen, welche Varianten es gibt, wie wir uns entschieden haben und was unser Bauchgefühl damit zu tun hat.

Als unsere Tochter Ella zur Welt kam, war aus verschiedenen Gründen für uns klar: mit einem Jahr wollen wir sie in die Krippe geben. Nicht ganztags aber für einige Stunden, so dass auch ich wieder arbeiten kann. Denn das habe ich während der Elternzeit schnell gemerkt: Ich liebe meine Tochter abgöttisch, aber mir fehlt die geistige Beschäftigung. Ich bin schlicht ausgeglichener, wenn auch ich arbeiten kann und meinen Teil zum Familienhaushalt monetär beitragen kann.
Auch klar war für uns vor der Geburt: Nach einigen Monaten würden wir gerne einen Babysitter gefunden haben, der regelmäßig auf unsere Tochter aufpassen kann, damit wir auch mal wieder Mann und Frau, Partner sein können und nicht nur Mama und Papa – 24 Stunden am Tag.
Doch, wie so oft im Leben, kam alles dann doch anders. Das kleine Mädchen war ein rigoroser Flaschen- und später Breiverweigerer, was eine Fremdbetreuung selbst durch den Vater schwierig bis unmöglich machte. Einzig an zwei Events im vergangenen Jahr konnten wir eine gute und baby- sowie kindererfahrene gute Freundin von mir damit beauftragen, auf unsere Tochter aufzupassen: bei der Beerdigung meiner Mutter sowie an unserem Hochzeitstag.
Für eine Leihoma konnte ich mich aus persönlichen Gründen zu der Zeit nicht begeistern, musste ich doch erstmal die Tatsache verarbeiten, dass meine Tochter keine Oma mehr in ihrer Nähe haben würde.
Allerdings: Ich kenne viele junge Eltern, die auf eine Leihoma ausweichen, wenn die eigene Oma zu weit weg wohnt, selbst noch arbeitet oder aus anderen Gründen nicht hin und wieder auf das Enkelkind aufpassen kann. Und sie sind sehr zufrieden damit! Wichtig ist hier, sich schon einmal kennen zu lernen, wenn das Kind noch nicht auf der Welt ist. Und je früher das Baby noch eine weitere Bezugsperson kennt, desto unkomplizierter ist die Fremdbetreuung durch eine Leihoma.

Mir ist wichtig, dass sich unsere Tochter morgens
gerne die Schuhe anzieht, um in die Krippe zu gehenCatharina

Für die Krippe waren uns gar nicht so viele Dinge wichtig, nur, dass es kleine Gruppen sind, ein Spielbereich, der an die Betreuungsräume angrenzt und ein vollwertiges, ausgewogenes Mittagessen gibt. Da könnte man jetzt sagen: Und was ist mit den Lern-Methoden? Sprachen? Etc., pp? Alles nicht so wichtig wie das Gefühl das ich hatte, als ich zum ersten Mal die Kita betrat, um sie mir anzugucken. Und das Bauchgefühl war gut. Allein der Geruch versetzte mich in meine eigene Kindergartenzeit zurück und ich hatte mich damals pudelwohl gefühlt und bin sehr gerne in den Kindergarten gegangen. Und wichtiger als die Tatsache, dass unsere Tochter mit drei schon bis zwanzig oder so zählen kann ist mir, dass sie sich wohlfühlt. Dass sie morgens gerne ihre Schuhe anzieht, um in den Kindergarten zu gehen. Und das tut sie! Sie wird morgens richtig ungeduldig, wenn es ihr nicht schnell genug geht. Liebt es, ihren kleinen Rucksack zu schnappen und wenn sie dann da ist, müssen ganz schnell die Schuhe ausgezogen werden, damit sie zu den anderen Kindern zum Spielen kann. Und das mit dem Zählen wird sie auch schnell lernen, denn das Tolle an unserer Krippe ist, dass für bestimmte Zeiten am Tag alle Kinder zusammen spielen.
Ich muss gestehen, ich war an dem Punkt zunächst etwas unsicher: Kann das wirklich gutgehen, wenn Fünfjährige mit 14 Monate alten Kleinkindern spielen? Sind die nicht zu ruppig? Verstehen die Kleinen das überhaupt?
Offenbar funktioniert es, denn jedem Kleinkind wird ein älteres Kind als Pate zugewiesen. Heißt, die großen Kinder lernen, Verantwortung zu übernehmen und die Kleinen können sich vieles von den Großen abgucken und lernen so vieles ganz automatisch ohne Druck und vorkauen.
Das ist unser System und wir sind total happy damit: Die Eingewöhnung ging wahnsinnig schnell und unsere Tochter verschwindet morgens so schnell im Spielraum, dass wir gar nicht mehr richtig „Tschüss“ sagen können.