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Stadt oder Land – wo wollen wir leben?

Stadt, Land, Glück –

Stadtleben oder Landidylle: wo ist das Glück zu Hause?

Fotos: © privat

In der Stadt bleiben oder mit Kindern doch raus aufs Land ziehen? Lieber urbaner Lifestyle oder mehr Platz? Viele Familien stellen sich diese Fragen. Wägen ab, überlegen hin und her. Catharina war sich lange sicher: wir bleiben in der Stadt! Mit der Geburt von Ella hat sich das dann allerdings doch etwas gewandelt…

Ich bin auf dem Land groß geworden. So richtig auf dem Dorf. Es gab zwei Bushaltestellen für den Schulbus. Eine Fischräucherei, ein paar Bauernhöfe mit Milchkühen und etwas weiter weg einen Reitstall. Supermarkt? Fehlanzeige. Dafür hatte ich Platz. Viel Platz. Meine Eltern haben vor fast dreißig Jahren auf einem Acker gebaut und waren lange Zeit das einzige Haus auf einem Neubaugebiet.

Alleine durchs Dorf radeln? Hat niemanden interessiert

Erst später kamen andere Häuser und Kinder dazu. Wollte ich mit meinen Freundinnen aus der Grundschule spielen, von denen zwei zum Glück im gleichen Dorf wohnten, bin ich entweder direkt nach der Schule mit zu ihnen gegangen oder bin schnell mit dem Rad ans andere Ende vom Dorf geradelt. Das ging damals und wunderte niemanden. Ob das heute auf dem Dorf immer noch niemanden irritiert, wenn eine Siebenjährige alleine durchs Dorf radelt, weiß ich nicht. Aber ich denke: eher nicht.

Einen Spielplatz brauchte ich nicht. Unser Garten war mit den Kaninchen, den Beeten, zwei Ziegen und einem Hund mein Spielplatz. Hatte ich doch Sehnsucht nach anderen Kindern und Spielgeräten, konnte ich dorthin laufen. So einfach war das alles.

Jeder Spielplatzbesuch wird zum Logistikmeisterwerk

Mit Ella auf den Spielplatz zu gehen bzw. überhaupt raus und dorthin, wo ein Kleinkind gefahrlos spielen kann, ist nicht einfach. Überhaupt nicht. Ich bin bei weitem kein Helikopter und wittere nicht überall eine Gefahr. Aber vom – mittlerweile dritten – vormals fünftem Stock erstmal runter, in den Keller und den Buggy oder ein anderes Fahrgerät holen und das Sandspielzeug… das kostet Zeit und Energie. Und nervt manchmal einfach.

In Opas Garten ist viel Platz und Grün zum Spielen – da kommt sogar etwas Bullerbü-Feeling auf.

Wie oft wünsche ich mir da, einfach die Terrassentür aufmachen zu können, das Kind in den Garten laufen zu lassen und mich selbst gemütlich in die Sonne zu setzen. Anstatt Sack und Pack zu schleppen und mich erstmal auf den Weg machen zu müssen. Und dann auf dem Spielplatz eine nahegelegene Toilette zu vermissen.

Tür auf, Kind raus. Wenns doch immer so einfach wäre

Dann denke ich oft an die entspannten Nachmittage, die wir bei Ellas Patentante an der Ostsee verbringen. Mit ebenerdiger Terrasse, einem großen eingezäunten Garten mit Spielhäuschen. Kein ständiges Gucken: ist das Kind noch da und wo? Kein: wo ist die nächste Toilette? Und so kommt es, dass in mir immer mehr der Wunsch nach einem Leben mit frischer Luft, Platz und Ruhe aufkeimt.

Die Grundstücke in diesem Baugebiet werden nach Punkten vergeben – drückt uns die Daumen!

Zu Ende gedacht ist das noch nicht. Auch noch nicht zu einhundert Prozent entschieden. Aber wir haben uns ein Grundstück ausgeguckt und denken darauf rum. Nicht in diesem Jahr, auch nicht im nächsten. Aber vielleicht, bevor Ella in die Grundschule kommt?

Und weil es immer hilft, sich Tipps und Eindrücke von anderen Mamas zu holen, habe ich mal rumgefragt, wie andere das so machen. Und zwar bei Katharina von „Stadt Land Mama“ und bei Claudia von „Was für mich“:

Katharina, Stadt Land Mama:

Wieso habt ihr euch für das Leben in der Stadt entschieden?
Ich bin in der Kleinstadt aufgewachsen und wollte recht schnell raus in die Welt. Nach dem Abi gings dann nach Paris, dann Hamburg und später nach Berlin. Ich suchte in der Großstadt nach Abenteuer, nach neuen, spannenden Menschen, nach Kultur und Partys. Ich mochte es, in der Masse unterzutauchen und das Gefühl, am Puls der Zeit zu sein. In Berlin bin ich dann irgendwie kleben geblieben. 

Was schätzt ihr besonders?
Ich mag die Vielfalt der Menschen hier. Alle Nationen, alle Farben, alle Sprachen. Das erweitert definitiv den Horizont. 

Was vermisst ihr vielleicht manchmal?
Meine Mutter lebt auf dem Land und dort kann man herrlich spazieren gehen, ohne irgendjemand zu treffen. Das tut mitunter wirklich gut. 

Sagen eure Kinder schon, ob sie Stadt oder Land besser finden?
Meine drei Kinder sind waschechte Berliner, kennen es also nicht anders. Sie leben gerne hier, zumindest habe ich noch nichts anderes gehört. 

Könntet ihr euch vorstellen, nochmal anders zu wohnen? Also auf dem Land?
Ja, definitiv. Aber nicht jetzt, weil ich keine Lust habe, später mal drei Teenager stundenlang durch die Gegend zu kurven. Wenn die Kinder aus dem Haus sind, würde ich gerne wieder näher an die Berge ziehen. Oder an einen See. 

Claudia, Was für mich:

Ihr lebt in einem wunderschönen alten Bauernhaus vor den Toren Hamburgs – seit wann lebt ihr dort?
Seit etwa sechs Jahren, zunächst in einer Ferienwohnung zum Testen, dann haben wir unser Haus gebaut. Es sieht nämlich nur alt aus – ist aber in Wahrheit ein Neubau.

Wie seid ihr an das Haus gekommen?

Meine Schwiegereltern wohnen vorn auf dem Grundstück im alten Bauernhaus. Sie hatten uns schon lange das Grundstück zum Bauen angeboten. Wir haben eine Weile gebraucht, bis wir uns das vorstellen konnten. Jetzt bin ich sehr glücklich mit diesem Lebensmodell.

Wann und wie kam der Wunsch auf, auf dem Land zu leben?
Mit dem ersten Kind und dem Wunsch nach Platz und Luft.

Was ist das Besondere am Landleben?
Die Kinder können rein und raus laufen und ich habe nebenbei viel Zeit für den Haushalt und meine Projekte. Wenn ich mir vorstelle, ich müsste jeden Nachmittag mit ihnen auf dem Spielplatz sitzen… Oh, Himmel, nein, bitte nicht. Und Platz. Ich glaube mein Mann und ich würden uns pausenlos streiten, hätten wir nicht so viel Platz.

Vermisst du das Stadtleben manchmal?
Ja, wenn sich meine Kolleginnen fix zum schicken Lunch treffen möchte. Und wenn es grau ist und seit Tagen regnet. 

Was finden eure Jungs besser? Stadt oder Land?
Ganz sicher Land. (Mal sehen, wie lange noch).

Könntet ihr euch auch vorstellen, irgendwann wieder zurückzuziehen?
Mmmmh, ich glaube nicht, Aber wenn die Kinder größer sind, werde ich sicher noch viel öfter immer mal in die Stadt fahren: bummeln, Café trinken und in die Museen.

Danke Ihr zwei für eure persönlichen Antworten!

In vielen der Antworten kann ich mich wiederfinden und ich kann beide Seiten so gut verstehen. Ein Ereignis in jüngster Zeit hat uns etwas die Augen geöffnet, uns geärgert und irritiert: nicht mal zwei Wochen nach Einzug in unsere neue Wohnung stand die Nachbarin von der Wohnung darunter vor der Tür: ob wir unserer Tochter bitte Stoppersocken anziehen könnten, „die kleine Maus“ sei ja doch recht mobil. Und etwas darauf achten, dass sie nicht so rumtrampele. Nach nicht mal zwei Wochen schon die erste Zurechtweisung.
Da war mir klar: in einem eigenen Haus, niemand über oder unter uns, würde uns das nicht passieren. Zum Glück gibt es Gerichtsurteile, die besagen, dass die Entwicklung von Kindern nicht gestört werde dürfe, in dem man hüpfen, springen oder laufen in einer Wohnung untersage. Dennoch, ein doofes Gefühl bleibt irgendwie. Wir haben zurzeit ca. 25 Grad Außentemperatur. Nein, sie wird bei dem Wetter keine Stoppersocken tragen.

Wie ist es bei euch? Hat sich bei euch mit Kind der Wunsch der einer wohnlichen Veränderung eingestellt? Seid ihr mit Kindern aufs Land gezogen?
Eure Meinung würde mich hier brennend interessieren!

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