Trotzphase bei Kindern

Trotzphase

Der ganz normale Wahnsinn

Ob im Supermarkt oder Zuhause, die Trotzphase kennt keine Grenzen.

„Ich will aber Schokolade!“ Kennt ihr das auch: Ihr steht an der Supermarktkasse, plötzlich setzt sich euer Kind auf den Boden, fängt an wie wild zu schreien und zu weinen und ihr habt keine Ahnung was gerade eigentlich los ist? Alles klar, dann seid ihr jetzt wohl in der Trotzphase angekommen. Warum es diese Phase gibt, wieso sie sogar wichtig für eure Kids ist und Tipps wie ihr euch nicht stressen lasst, erfahrt ihr hier bei uns.

Was genau ist eine Trotzphase und wie lange dauert sie?

Die Trotzphase oder auch Autonomiephase beginnt bei den meisten Kindern im Alter zwischen zwei und drei Jahren und ist sehr wichtig für die Entwicklung der kleinen Racker. In dieser Zeit lernen sie, ihren eigenen Willen durchzusetzen, sich von den Eltern zu lösen, selbstständig zu handeln und Grenzen auszutesten. Kinder können in diesem Alter ihre Gefühle noch nicht richtig zeigen und wissen nicht, wie sie mit ihnen umgehen sollen. Während manche Kids dann einfach nur bockig reagieren, zeigt sich bei anderen der Trotz in lauten Wutanfällen mit schreien, weinen und manchmal auch aggressivem Verhalten. Meistens leben die kleinen Wutzwerge ihre Trotzphase so lange aus, bis sie in die Kita oder zur Tagesmutter kommen. Bei anderen kann es etwas länger dauern. Allerspätestens mit 6 Jahren könnt ihr aber aufatmen und einen Haken hinter die ganze Sache machen. Bis dahin heißt es Augen zu und durch.

Will mein Kind mich ärgern?

Nein, natürlich wollen eure Kleinen euch nicht ärgern, aber sie können einfach ihre Gefühle noch nicht richtig kontrollieren und wissen sich dann oft nicht anders zu helfen als zu schreien und zu toben. Ihr solltet das Verhalten eurer kleinen Wutzwerge auf keinen Fall persönlich nehmen und erstmal nach dem Auslöser des Wutausbruchs forschen.

Euer Kind will euch nicht ärgern, es kann nur seine Gefühle einfach noch nicht kontrollieren.

Häufige Ursachen für trotziges Verhalten

  • Überforderung, wenn euer Kind sich zwischen zwei Dingen entscheiden muss, denn es kann noch nicht abwägen, welches der zwei Angebote es besser findet.
  • Ist euer Kleines müde oder fängt es an zu kränkeln, ist es sowieso schon nicht gut drauf und wird schneller trotzig.
  • Verbote: Möchte euer Kind unbedingt den aufregenden, neuen Kaufladen oder das tolle Puppenhaus und ihr sagt immer wieder „nein“, wächst der Ärger und damit das Trotzverhalten.
  • Oft wollen Kinder sich irgendwann alleine anziehen und alles selber machen. Wenn dann aber die Ärmchen nicht durch den Pullover passen wollen oder die Schuhe einfach nicht zugehen, kann man schon mal wütend werden.

Wie gehe ich mit der Trotzphase um?

Wichtig im Umgang mit Trotzköpfen ist auf jeden Fall, ruhig zu bleiben und sich nicht durch die Wut des Kindes mitreißen zu lassen, denn das verstärkt die Gereiztheit nur. Klar ist es schwer, wütende Beschimpfungen und Vorwürfe eures Kindes auszuhalten, aber wenn ihr dann genauso verärgert oder verletzt reagiert, verunsichert ihr es noch mehr.

Verhaltenstipps

  • Bricht der Wutanfall bei eurem Kleinen aus, weil es etwas nicht bekommt, das es gerne haben möchte und ihr habt „nein“ gesagt, dann solltet ihr weiterhin konsequent sein und nicht einknicken. Natürlich seid ihr irgendwann so genervt, dass ihr die, von eurem Kind, heiß ersehnte Schokolade am liebsten doch kaufen würdet, nur damit Ruhe ist. Aber das kann dazu führen, dass euer Kind denkt, „wenn ich nur lange genug schreie und tobe, dann bekomme ich immer alles was ich will“.
  • Ihr solltet eure Kleinen dabei unterstützen selbstständig zu werden und das heißt auch, dass Kinder versuchen sollten, bestimmte Dinge ganz alleine zu schaffen. Wenn euer Kind sich z.B. alleine anziehen möchte und ihr merkt, es wird immer gereizter, weil es nicht so klappt wie es gerne möchte, dann bietet vorsichtig eure Hilfe an oder fragt, ob ihr zeigen sollt, wie es einfacher geht.
  • Ein müdes oder kränkelndes Kind, das trotzig reagiert, braucht einfach ganz viel Einfühlungsvermögen, Liebe, eine dicke Umarmung von Mama oder Papa und ruhigen Schlaf im gemütlichen Kinderbett.
  • Der Albtraum jeder Eltern: Ihr steht im Supermarkt an der Kasse und merkt wie sich bei eurem Kleinen ein Wutanfall anbahnt. Jetzt heißt es, schnell reagieren. Am liebsten würdet ihr im Boden versinken oder euer Kind so schnell wie möglich nehmen und nach draußen gehen. Versucht doch stattdessen mal in dieser Situation euer Kind abzulenken. Sätze wie „Guck mal da vorne, eine Rolltreppe. Sollen wir mal damit fahren?“ können für einen Überraschungseffekt sorgen und den drohenden Wutanfall verhindern.

Manchmal hilft einfach nur eine dicke Umarmung von Mama oder Papa.

Ihr seid nicht alleine

Als Fazit kann man sagen: Ihr seid nicht allein! Auch wenn es nur ein schwacher Trost ist, allen Eltern geht es so und jeder darf auch mal überfordert sein mit der Situation. Versucht gelassen zu bleiben, euch nicht durch genervte Blicke anderer Menschen verunsichern zu lassen und sagt euch immer wieder, dass die Trotzphase ein wichtiger und nötiger Entwicklungsschritt im Leben eurer Kleinen ist und sie auch wieder vorbeigeht.

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