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Unser kleines großes Glück: Ich habe den Sohn meiner Frau adoptiert

Unser kleines großes Glück: Ich habe den Sohn meiner Frau adoptiert

Pinolino Mitarbeiter Simon Werner erzählt von seiner etwas ungewöhnlichen Adoptionsgeschichte

Fotos: © privat

Unser Pinolino Kollege Simon Werner (oben im Bild mit seinen Söhnen Finn und Leon) hat eine ganz außergewöhnliche Adoptionsgeschichte. Wie es ist, das Kind der Partnerin zu adoptieren und welche Gefühle er dabei hatte, davon erzählt er uns ganz exklusiv im Pinolino blog.

“Meine Frau und ich haben die konventionelle Reihenfolge „Heirat, Haus, Kinder“ etwas durcheinander gebracht.“ Als wir uns 2011 kennenlernten, war sie bereits schwanger – das ahnte sie da aber noch nicht. Aber plötzlich fing sie an, sich etwas zurückzuziehen. Ich wusste nicht, was los war, doch schließlich rückte sie mit der Sprache raus: Sie war in der 11. Woche schwanger von ihrem Ex-Freund und das obwohl ihr gesagt wurde, sie könne nur schwer Kinder bekommen.

Die Vatergefühle entwickelten sich von Anfang an

Wir haben uns dennoch weiter getroffen und ineinander verliebt, das war eine wahnsinnig aufregende Zeit mit der Schwangerschaft. Und schon während der Kleine im Bauch wuchs, habe ich eine Bindung aufgebaut und Vatergefühle entwickelt. Als Finn dann Ostern 2012 zur Welt kam, war das Gänsehaut pur und ich wusste sofort: Der Kleine ist mein Kind. Der Moment, als wir den kleinen das erste Mal schreien hörten, war sehr bewegend und da Nadine einen Kaiserschnitt hatte, durfte ich Finn zum Bonding eine dreiviertel Stunde auf meiner Brust liegen haben.

Simon und sein erster Sohn Finn im Urlaub. Für ihn war immer klar: Das ist mein Sohn.

Bei Nudelsalat vom Vortag haben wir uns verlobt

Als Finn ein Jahr alt war, haben wir über weiteren Nachwuchs nachgedacht. Es gab selbst gemachten Nudelsalat vom Vortag als wir in der Küche saßen und überlegten, dass es dann ja eigentlich schön sei, wenn wir und die Kinder den gleichen Nachnamen haben würden – da wurde uns plötzlich klar, dass wir uns wohl gerade verlobt hatten. Das konnte ich so nicht auf mir sitzen lassen, das hatten wir uns irgendwie romantischer vorgestellt. Also holte ich heimlich die Ringe beim Juwelier ab, machte dann zuhause einen Kniefall und fragte Nadine voller Ernst: “Willst du mich heiraten?” Ihre Reaktion werde ich nie vergessen: “Willst du mich verarschen?” – Worüber wir aber beide herzlich lachen mussten.

Eine schlimme Diagnose brachte uns ins Grübeln: Wer sorgt für die Kinder?

Unsere Hochzeit haben wir dann 2013 mit Familie und Freunden gefeiert, 2014 kam unser zweiter Sohn (Leon) zur Welt. Zum Ende der Stillzeit bemerkte Nadine jedoch bei sich einen Knoten in der Brust. Da Nadines Familie krebsbelastet ist, haben wir es sofort testen lassen. Das Ergebnis war niederschmetternd: Brustkrebs. Auch Nadines Mutter ist 2015 an Krebs gestorben, wie auch zuvor der Vater. Da haben wir dann auch über all die Konsequenzen nachgedacht für den Fall der Fälle: Wer kümmert sich um die Kinder? Wer hat dann das Sorgerecht für Finn. Es war klar: ich werde Finn adoptieren. Dieser Schritt war notwendig, um uns kopfmäßig zu befreien und damit Nadine sich voll und ganz auf ihre Krebstherapie konzentrieren kann. Die Chemotherapie schlug gut an und auch die Medikamente helfen – sie gilt nun als krebsfrei.

In der Geburtsurkunde stehe ich als Vater, das macht mich sehr stolz

Wenn ich unsere Söhne miteinander spielen und kuscheln sehe, denke ich natürlich manchmal daran, dass Finn einen anderen Erzeuger hat, aber der Vater, der bin ich. Im vergangenen Jahr, also 2016, durfte ich Finn dann auch ganz offiziell meinen Sohn nennen. Ich habe mir auch gleich sämtliche Papiere und eine Geburtsurkunde ausstellen lassen, in der ich als Vater angegeben bin. Gefühlt habe ich mich schon immer als sein Vater, nun bin ich es auch ganz offiziell.”

Das Kind des Partners adoptieren:

  • Schnell: Wenn sich alle Parteien einig sind, läuft das Verfahren deutlich schneller ab als bei einer Warteliste.
  • Eignung: In Adoptionsfällen testet das Jugendamt vorher die Eignung, das ist entfallen, da der Adoptierende von Geburt an beim Kind war.
  • Sorgerecht: Der biologische Vater muss zustimmen und sein Anrecht auf das Sorgerecht abtreten. Damit entfallen für ihn sämtliche Rechte und Pflichten, ihm kann aber ein Besuchsrecht eingeräumt werden.
  • Gentest: Unter Umständen kann ein Mutter- und/oder Vaterschaftstest erforderlich sein.
  • Notartermin: Bei einem Notartermin muss der Adoptionsvertrag unterschrieben werden.
  • Gerichtstermin: In der Regel folgt zuletzt ein gerichtlicher Termin bei dem die Familie vorstellig werden soll um Geschichte nochmal darzulegen.

Danke Dir, lieber Simon, dass du bzw. ihr diese sehr ergreifende und persönliche Geschichte mit uns teilt. Wir wünschen eurer kleinen Familie von Herzen alles alles Gute für die Zukunft!

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