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Zwillinge bekommen – so lebt es sich mit dem doppelten Glück

Zwillinge bekommen – so lebt es sich mit dem doppelten Glück

Kerstin von Chaos hoch 2 und Anja von Twins and more erzählen, wie der Alltag mit Zwillingen ist

Foto: © esthermm/Fotolia

Zwillinge bekommen: Doppeltes Glück. Aber auch doppelte Windeln, doppelte Kleidung und manchmal auch doppeltes Lottchen. Kerstin von Chaos hoch 2 und Anja von Twins and more erzählen im Doppelinterview von ihrem Alltag mit Zwillingen.

Kerstin (links) und Anja (rechts) haben uns Rede und Antwort gestanden.

Wir haben für euch mit gleich zwei Zwillings-Profi-Mamas über das spannende Leben mit Zwillingen gesprochen:
Kerstin, Zwillingsmama und Mama-Bloggerin von Chaos hoch 2
Anja, Zwillingsmama und Mama-Bloggerin von Twins and more

Liebe Kerstin, liebe Anja, wie schön, dass wir euch ein wenig zu eurem Alltag mit den Twins befragen dürfen. Erzählt doch bitte kurz, was für ein Zwillingspärchen ihr zuhause habt (m/m, w/m, w/w)?
Anja: Wir haben zwei (eineiige) Jungs, die uns jeden Tag wieder zeigen, wie wundervoll es ist, die Welt zu entdecken.
Kerstin: Unsere Zwillinge sind ein Pärchen – Junge und Mädchen – geboren im Juli 2013. Im September 2015 folgte der kleine Krümel. Auch bei ihm lag anfangs eine Zwillingsschwangerschaft vor.

Doppeltes Glück auf einmal: wie habt ihr reagiert, als ihr erfahren habt, dass ihr Zwillinge bekommen werdet? Und gibt es schon ein Zwillingspaar bei euch in der weiteren Familie?
Anja: Ja, mein Opa war Zwilling, jedoch ist sein Bruder leider mit einem Jahr verstorben, daher wusste ich nicht, dass Zwillinge in unserer Familie waren. Ich habe Zwillinge schon immer wundervoll gefunden und die Nachricht hat mich sehr gefreut, auch wenn die Gefühle überraschend und überwältigend waren.
Kerstin: Reagiert haben wir beide mit großer Freude. Freude und Erleichterung, dass bei dem Ultraschall Herzschlag zu sehen war, nachdem es bei einer vorherigen Schwangerschaft nie so weit kam. Dass es gleich zwei schlagende Herzen waren, war eigentlich nur das Sahnehäubchen. Es sind in unseren Familien jeweils nicht die ersten Zwillinge. Wir hatten allerdings sogar vorher mal darüber gesprochen, dass es bei uns nicht sonderlich wahrscheinlich sei, dass wir Zwillinge bekämen, da die Veranlagung dazu angeblich nur mütterlicherseits vererbt werden kann. Und mit keiner der Zwillingsmütter unserer Verwandtschaft bin ich blutsverwandt. Es kam aber dann trotzdem so. Und nach zwei Zwillingsschwangerschaften in zwei Jahren würde ich nun auch behaupten, dass ich eine Veranlagung dazu habe, gleich zwei Eier pro Zyklus rauszuhauen.

„Ich würde behaupten, ich habe die Veranlagung, gleich zwei Eier pro Zyklus rauszuhauen.“
Kerstin, Chaos hoch 2

Viele Eltern sind im ersten Moment bestimmt überrascht und fragen sich, wie sie das bewältigen sollen: zwei Babys auf einmal – was könnt ihr denen sagen?
Anja: Man sollte sich auf keinen Fall verrückt machen lassen und seine Fragen mit anderen Zwillingseltern klären. Es ist etwas Wundervolles und mit Ruhe und Gelassenheit bekommt man zwei Babys gut „geschaukelt“. Ich habe die erste Zeit sehr genossen. Doppeltes Kuscheln, stillen, tragen alles war sehr schön. Natürlich gab es auch doppeltes weinen/schreien und Situationen, in denen man verzweifelt mit den beiden auf dem Bett saß und nicht wusste, was sie haben. Aber gerade da muss man ruhig bleiben und bei Bedarf Hilfe annehmen. Außerdem immer daran denken, dass nach jedem Sturm Sonnenschein kommt und, wenn dann irgendwann ein Lächeln kommt, ist alles wieder vergessen. Falls diese Zeit einem zu viel wird, fragt Freunde und Bekannte, ob sie eine Stunde auf die beiden aufpassen können und geht mal raus. Ein kleiner Spaziergang (ganz alleine oder mit Hund) kann Wunder vollbringen. Ein Zwillingsvater riet mir damals, „nehmt jede Hilfe an, die ihr bekommen könnt und macht niemals leere Gänge (immer etwas direkt aufräumen)“ und das kann ich auch nur raten.
Kerstin: Habt keine Angst! Von Herzen. 😉 Es gibt wirklich keinen Grund, Angst zu haben. Natürlich wird das anstrengend. Natürlich wird man oft dasitzen und heulen, sich überfordert fühlen. Aber ich möchte wetten, dass das jedem Elternteil im ersten Jahr mit Baby immer mal wieder so geht. Es gibt furchtbar anstrengende Babys und es gibt weniger anstrengende Babys, anstrengend wird es aber auf jeden Fall. Meist auch sehr schlaflos. Doch man wickelt ein Baby sowieso, dann macht ein zweiter Babypo nicht viel mehr Arbeit. Man schläft schon wegen einem Baby nicht, dann eben wegen zweien, etc. Zwei Babys sind eines mehr als eins, aber nicht doppelt so anstrengend (nur ein bisschen mehr), dafür mindestens doppelt so schön.

Anja mit ihren Zwillingen „Alf“ und „Ulf“ und Dalmatinerdame Emma. (Foto: ©privat)

Wie sind eure Kleinen zusammen? Ein Herz und eine Seele und unzertrennlich?
Anja: Sie sind unzertrennlich. Vom ersten Moment an konnten die Beiden nicht ohne den anderen einschlafen. Sie hielten solange die Augen offen, bis der andere mit im Bett lag. Heute ist es noch immer so, der Bruder muss in der Nähe sein, ganz nach dem Motto: „Gemeinsam ist man weniger allein“ (auch wenn man sich dabei ganz schön streiten kann ;-))
Kerstin: Unsere Zwillinge sind ziemlich innig. Sie sind zwei völlig unterschiedliche Charakterköpfe und streiten sich natürlich täglich, aber sie brauchen einander. Sie helfen sich und passen aufeinander auf. Sie haben unterschiedliche Freunde, obwohl sie in die gleiche Kindergartengruppe gehen. Sie teilen ihr Zimmer und würden es auch noch nicht anders wollen. Ich bin gespannt, wie sich das entwickelt, wenn sie älter werden.

Falls eure Kleinen sich sehr ähnlich sind, habt ihr einen Trick, um sie auseinanderzuhalten oder ist das doch ganz offensichtlich?
Anja: Für mich ist es ganz offensichtlich (lach), jedoch für viele andere nicht. Ich schaue in zwei verschiedene Kindergesichter und finde, dass der eine mehr Ähnlichkeit mit mir hat und der andere mit meinem Mann aber da bin ich die einzige 😉
Kerstin: Die Frage stellt sich bei uns nicht, da sie nicht nur Junge und Mädchen sind, sondern auch ganz unterschiedlich aussehen.

Liebe Kerstin, bei Chaos hoch 2 hast du sogar eine kleine Serie darüber, wie man das erste Jahr mit Zwillingen übersteht. Wie hast du das erste Jahr empfunden – denn kurze Zeit später kam ja dann auch schon euer Krümelchen dazu ?
Ich fand das erste Jahr nicht über alle Maße schrecklich anstrengend. Ich war und bin immer noch gerne Zwillingsmama. Ich fand es extrem schlaflos, aber das war bei uns leider nicht nur dieses eine Jahr. Der Krümel schläft ja mit seinen zwei Jahren als Einling noch faszinierend bescheiden. Ich habe im ersten Jahr mit den Zwillingen zwar immer mal wieder furchtbare Tage gehabt, an denen ich das große Heulen hatte, aber im Großen und Ganzen ging es. Es lief. Gut sogar. Es war an den allermeisten Tagen richtig schön. Wir hatten unseren Rhythmus, über den ich nur halb im Scherz gesagt hatte, dass er mein Überleben sichere. Die Tage waren ziemlich durchorganisiert und ich habe wie besessen darauf geachtet, die Schlafens- und Essenszeiten einzuhalten. Denn der geregelte Ablauf half uns, machte vieles leichter. Anstrengend waren immer nur die Übergangsphasen, wenn sich etwas geändert hatte und wir einen neuen Ablauf finden mussten. Da hatte ich gerade eben raus, wie man am besten zwei kleine Neugeborene in ihren Babywannen von der Wohnung auf den Kinderwagen brachte, da waren die Zwerge plötzlich mobil und blieben nicht mehr brav in den Wannen liegen. Ich musste also eine neue Strategie entwickeln, mit den beiden krabbelnden Kindern sicher aus der Wohnung, die Treppe runter und zum Kinderwagen zu gelangen. Aber das hat auch geklappt – obwohl ich mir zur Erhöhung des Schwierigkeitsgrads in der Zeit auch noch die linke Schulter brach. Insgesamt kann es nicht so furchtbar anstrengend gewesen sein, denn die beiden waren noch keine anderthalb, als ich wieder schwanger wurde. Und das war pure Absicht.

Liebe Anja, auch du bloggst bei Twins and more über deinen Alltag mit euren Zwillingen „Alf und Ulf“ (coole Phantasie-Namen!) – bekommst du viele Fragen von werdenden Zwillingsmamas, wie du alles wuppst?
Ja, es fragen aber nicht nur Zwillingsmamas, sondern auch viele Mamas mit einem Kind, was ich sehr spannend finde.

Was bedeutet „kleines großes Glück…“ für euch?
Anja: Jeden Moment, den ich mit „Alf“ und „Ulf“ erleben und mit ihnen in ihre neu entdeckte Welt blicken darf. Durch Kinderaugen sieht man die Welt tatsächlich „anders“ und viele Erwachsene sollten etwas mehr mit Kinderaugen schauen, dann gäbe es viel mehr Freude und Leichtigkeit im Leben.
Kerstin: Glück ist für mich Gesundheit. Das pure Glück eines gesunden Kindes. Dreier gesunder Kinder.

Was ist euer Pinolino Lieblingsprodukt?
Anja: Unser Kinderzimmer, besonders ihre Betten lieben die Jungs über alles
Kerstin: Das ist schwierig. Ich suche gerade nach Kleiderschränken, denn die Zwillinge benötigen einen größeren, und wir haben bereits Betten der Serie ’Natura’, deren Optik ich sehr mag. Aber ich liebäugel auch ein wenig mit ‚Nina’. Generell mag ich eher warme natürliche Holzmöbel und/oder schlichtes, klares Weiß. Rosa und hellblau sind beides keine Favoriten.

Ein Zwillingsprodukt, das noch erfunden werden müsste?
Anja: Einen doppelten Kitchentower würden wir sehr schön finden aber vielleicht gibt es diesen schon und wir kennen ihn noch nicht.
Kerstin: Uff. Mir hat keines gefehlt. Manchmal ist das Problem nicht, dass es etwas nicht gibt, sondern nur der Preis. Es gibt zum Beispiel sehr gute, leichte, kompakte und durchdachte Kinderwägen für das doppelte Glück, aber sie kosten schnell ein Vermögen. So geht das mit vielen speziellen Zwillingsprodukten. Zwillinge sind teuer, denn man kann nichts vererben und braucht das meiste gleich doppelt. Nicht nur Nahrung, Windeln und Kleidung, sondern eben auch Kindersitze und Babybetten.

Tausend Dank fürs Mitmachen und den Einblick in eure Zwillingswelten! Übrigens, unser Kollege Sven Falk hat uns auch schon mal von seinem Alltag als Zwillings-Papa erzählt:

So ist unser Alltag mit Zwillingen

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