Waldkindergarten – Die richtige Wahl?

Waldkindergarten

Die richtige Wahl für eure Kids?

Ist ein Waldkindergarten das Richtige für eure Kids?

Es gibt öffentliche, bilinguale und internationale Kindergärten, Montessori-Kindergärten oder eben auch Waldkindergärten. Habt ihr euch schon für eine Kindergartenform entschieden, die eure Kleinen besuchen sollen oder steht ihr noch vor der Qual der Wahl? Vielleicht ist ja ein Waldkindergarten genau das Richtige für euch und eure Kids.

Was genau ist eigentlich ein Waldkindergarten?

Das Konzept des Waldkindergartens kommt ursprünglich aus Skandinavien und entstand dort in den 50er Jahren. Seit Anfang der 90er Jahre sind Waldkindergärten auch bei uns immer mehr im Kommen. Bei dieser Form der Betreuung wird auf feste, geschlossene Räume verzichtet und draußen in der Natur gespielt. Damit bei extremen Wetterbedingungen dennoch ein kleiner Unterschlupf für alle vorhanden ist, sind in Deutschland Schutzmöglichkeiten wie ein beheizter Bauwagen oder eine Waldhütte vorgeschrieben. Anstatt mit handelsüblichem Spielzeug, spielen eure Kleinen im Waldkindergarten mit Blättern, Hölzern, Steinen, Moos und allem was sonst noch so in der Natur zu finden ist.

Die Betreuung im Waldkindergarten

In den meisten Waldkindergärten werden Kinder ab einem Alter von 3 Jahren betreut. Es gibt aber einige Modelle, in denen auch jüngere Kinder mit in die Gruppe dürfen. In einer Gruppe sind durchschnittlich etwa 15 bis 20 Kinder, die von mindestens zwei Erzieherinnen oder Erziehern betreut werden. Der Tag beginnt damit, dass eure Kids morgens an einem bestimmten Treffpunkt von den Erziehern in Empfang genommen werden und es dann ab in den Wald geht. Vor dem Spielen steht zunächst der gemeinsame Morgenkreis auf dem Plan. Dann geht es in die Natur zum Spielen und Erkunden. Die Betreuungszeit im Waldkindergarten variiert. Bei manchen müsst ihr eure Kids bereits mittags wieder am vereinbarten Treffpunkt abholen. Oft haben Waldkindergärten aber auch eine Kooperation mit „normalen“ Kindergärten, sodass dort die Betreuungszeit am Nachmittag fortgesetzt werden kann. Es gibt aber auch immer mehr Waldkindergärten, die ihre Betreuungszeit über die Mittagszeit hinaus ausweiten bis in den frühen Nachmittag.

Was hat ein Waldkindergarten für Vorteile für eure Kids?

Oft begrenzte Öffnungszeiten, Zecken im Sommer, jeden Tag nasse, schmutzige Klamotten…Kommen euch solche Gedanken auch in den Sinn, wenn ihr über Waldkindergärten nachdenkt? Das geht wahrscheinlich vielen so. Allerdings gibt es auch viele positive Aspekte für euch und eure Kids:

Das Interesse und die Freude an der Natur werden schon früh gefördert.

  • Auch wenn viele denken, ihre Kids kämen alle paar Wochen mit einer neuen Erkältung nach Hause, weil sie bei jedem Wetter draußen sind – das Gegenteil ist langfristig der Fall. Denn insgesamt wird durch den Aufenthalt in freier Natur das Immunsystem gestärkt.
  • Dadurch, dass die Kinder fast ausschließlich mit Naturgegenständen wie Blättern, Moos, Stöckern etc. spielen, werden Fantasie und Kreativität gefördert.
  • Motorik und Wahrnehmung werden geschult, da sich die Kinder die ganze Zeit draußen bewegen und über Stock und Stein laufen.
  • Stress wird reduziert, – sowohl für die Kinder, als auch für die Erzieher – da die Lärmbelästigung im Wald wesentlich geringer ist, als in geschlossenen Räumen.
  • Die Freude und das Interesse am Erhalt der Natur werden schon früh gefördert und bleiben meist auch für die nächsten Jahre bestehen.

Eignen sich Waldkindergärten für jedes Kind?

Wichtig ist natürlich erstmal, dass ihr euch als Eltern eine naturnahe Erziehung für eure Kinder wünscht und dass ihr von dem Konzept des Waldkindergartens vollkommen überzeugt seid. Außerdem sollten eure Kleinen natürlich richtige Naturfans sein. Habt ihr Kinder, die sich nicht gerne schmutzig machen und auch kein Fleckchen Dreck an ihren Händen haben können? Dann solltet ihr nochmal gründlich darüber nachdenken, ob diese Kindergartenform wirklich die Richtige ist 😉. Auch für Kids mit Krankheiten oder Allergien, die im Notfall schnell ärztlich versorgt werden müssen, ist der Aufenthalt in einem „normalen“ Kindergarten mit festen Räumen und guter Verkehrsanbindung eventuell angebrachter. Ansonsten können sich aber sowohl lebhafte kleine Rabauken, als auch eher schüchterne Kinder gleichermaßen im Waldkindergarten entfalten.

Alternativen

Euch überzeugt das Konzept des Waldkindergartens nicht ganz? Dann ist die Alternative vielleicht ein „normaler“ Kindergarten mit Gruppenbetreuung in festen Räumen. Mittlerweile werden hier in den meisten Kindergärten über das Jahr verteilt auch immer mal wieder Waldtage oder Projekte im Wald organisiert. Dabei sind eure Kleinen dann vielleicht mal für einen Tag lang im Wald und lernen die Natur besser kennen, kehren am nächsten Tag aber wieder zurück in ihren „normalen“ Kindergartenalltag in festen Räumen.

Eine Alternative zum Waldkindergarten sind Kindergärten, die Tagesprojekte im Wald anbieten.

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Lisa



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