Weihnachtstraditionen

Weihnachtstraditionen

Pinolino Mitarbeiter mit ausländischen Wurzeln erzählen

Weihnachten gibt es überall auf der Welt. Doch genau so bunt, wie unser Pinolino Team ist, sind auch die unterschiedlichen Traditionen, die diese besinnlichen Tage mit den Liebsten so besonders machen.
Ich habe mich im Team umgehört: Wie feiern unsere Kollegen mit ausländlischen Wurzeln eigentlich Heiligabend?

In Polen ist der heilige Abend voller Traditionen und Rituale

Evelina, Sebastian und Peter kommen aus Polen. Auch ich habe polnische Wurzeln. Eines ist bei uns allen gleich: Fleisch kommt nicht auf den Tisch, denn in Polen ist Heiligabend, als Tag vor Weihnachten, ein Fastentag. Traditionell gibt es zwölf unterschiedliche Speisen, um den zwölf Aposteln zu gedenken. Es gibt Fisch, meistens Karpfen, dazu Kartoffeln oder Pierogi und ganz typisch als Beilage Sauerkraut mit Pilzen und Rote Beete. Vorweg wird eine vegetarische Suppe serviert. Doch gegessen wird erst, wenn die Kinder der Familie den ersten Stern am Himmel entdecken (ist es bewölkt, wird gegen 17 oder 18 Uhr gegessen). Bei fast allen von uns wird vor dem Essen gebetet und es werden Oblaten geteilt: jeder bekommt ein großes Stück und teilt dieses mit allen Anwesenden, als Zeichen der Liebe und der Versöhnung (da sich bei uns Zuhause an Heiligabend auch „traditionell“ immer gestritten wurde, passte das sehr gut ;)). Selbst Tiere bekommen etwas von der Oblate und sollen in der Nacht zu Weihnachten sogar sprechen können. Unser Hund jedenfalls konnte es nicht – hören übrigens auch nicht, das allerdings auch nicht nur zur Weihnachtszeit ;). Ein Platz am Tisch wird zusätzlich eingedeckt, falls ein unerwarteter Gast vor der Tür steht.

Oblaten zu teilen ist eine wichtige Tradition in polnischen Familien

Bei manchen Familien, wie auch bei Evelina, ist es Brauch, etwas Heu unter die Tischdecke zu legen, als Symbol für den Stall in dem Jesus geboren wurde. Übrigens glaubt man auch, dass der Verlauf des Abends ein Vorbote auf das Verhalten für das ganze kommende Jahr ist. Ist man z.B. gestresst oder besonders gut gelaunt, heißt es, dass man es das ganze Jahr über sein wird. Streiten ist also eigentlich eine sehr schlechte Idee ;). Die Bescherung gibt es nach dem Essen und um Mitternacht geht man in die Kirche.

Italienische und polnische Traditionen sind sich sehr ähnlich

Ähnlich wie in Polen, hat auch Francesco, unser italienischer Mitarbeiter, bei sich Zuhause in Bologna Heiligabend verbracht. Bei ihm isst man am 24.12. ebenfalls kein Fleisch sondern eher vegetarisch und Fisch. Fast jeder trägt etwas zum Abendessen bei und bringt etwas mit, sodass die ganze Vorbereitung nicht an einer Person hängen bleibt. Bei Francesco heißt es nämlich: je mehr Personen zusammen feiern, desto besser!

Weihnachtsmärkte sind auch in Italien besonders beliebt (Foto: ©shutterstock)

Auch bei ihm wird ein Teller mehr gedeckt und um 24 Uhr ist die traditionelle Weihnachtsmesse in der Kirche. Die Geschenke dürfen erst nach der Messe ausgepackt werden – für die Kinder dann also immer erst am 25.12., direkt nach dem Aufstehen.

Das Fest des Sinterklaas ist in den Niederlanden wichtiger

Ganz anders sieht es in den Niederlanden aus: hier schenkt man Heiligabend und Weihnachten weniger Bedeutung. Viel wichtiger ist die Zeit vorher: denn Sinterklaas (der Nikolaus) kommt mitte Novemer über den Wasserweg auf einem Schiff mit seinem Gefolgen, dem Zwarten Piete, von Spanien in die Niederlande.

Sinterklaas kommt über den Wasserweg mit seinem Helfer Zwarte Piet in den Niederlanden an (Foto: ©shutterstock)

In der Heimatstadt von Robin, unserem Logistikleiter, und auch in vielen anderen großen Städten gibt es dann eine große Parade durch die Innenstadt. Dabei verteilt Sinterklaas Pfeffernüsse, Süßigkeiten und Gebäck an alle, die ihm bei der Parade begegnen. Richtige „Weihnachtsgeschenke“ bekommt man am 05.12., meist ganz aufwendig und irreführend verpackt, sodass man auf keinen Fall erraten kann was drin ist oder sogar etwas ganz anderes vermutet.

In Frankreich kommt es auf die Region an, in der man feiert

Wie Elise, unsere Mitarbeiterin im Vertrieb, Heiligabend verbringt, erzählt sie mir mit ihrem tollen französischen Akzent. Vormittags ist es in Frankreich nicht untypisch, noch arbeiten zu gehen und erst am frühen Nachmittag mit den Vorbereitungen für das Abendessen zu beginnen. Je nach Region gibt es ganz unterschiedliche Rituale und Gerichte. Was aber in ganz Frankreich üblich ist, ist das auch hier die ganze Familie zusammen kommt und man zum Nachtisch den berühmten Bûche de Noël serviert bekommt. Ein Gebäck, das optisch an einen Baumstamm erinnert. Unsere Elise ist in der Bretagne, also nah an der Küste aufgewachsen. Bei ihr Zuhause gibt es abends meist Meeresfrüchte. Es wird aufwendig gekocht und um Mitternacht geht man in die Kirche. Wie auch in Italien dürfen Geschenke erst nach der Messe bzw. am Weihnachtsmorgen ausgepackt werden.

Weihnachten ohne Bûche de Noël ist bei den meisten Franzosen undenkbar (Foto: ©shutterstock)

Die Latinos tanzen aus der Reihe

Unser Auszubildender Miguel kommt aus Venezuela. Dort geht an Heiligabend so richtig die Post ab. Die Familien treffen sich meistens erst am späten Abend, um ca. 20 Uhr, oft bei den Großeltern. Alle machen sich richtig schick. Es is üblich, sich für das Fest neue Kleidung zu kaufen, die dann das ganze kommende Jahr über als DAS Kleidungsstück für besondere Anlässe getragen wird. Jeder bringt, nach Absprache, etwas zu essen mit. Doch vor dem Essen wird erst einmal ordentlich gefeiert: Für die Kinder werden Feuerwerkskörper verteilt und gezündet. Es wird getanzt und Whiskey, Cuba Libre und Sekt getrunken. Zusätzlich bringen viele noch eigens hergestellten Eierlikör mit, den sie fröhlich an alle verteilen – jeder möchte beweisen, den besten Eierlikör zubereitet zu haben.

Hallacas sind sehr aufwendig in der Herstellung, dürfen an Heiligarbend in Venezuela aber nicht fehlen (Foto: ©shutterstock)

Um ca. 23:30 Uhr geht es dann mit der Bescherung los. In Venezuela ist es üblich, dass der Schenkende erst die zu beschenkende Person beschreibt und auch bei dem Geschenk viele kleine Andeutungen macht, sodass es zum heiteren Ratespiel für alle Beteiligten wird.
Für die Kinder gibt es meist nur eine Kleinigkeit, denn die üppigeren Geschenke, die das Christkind für die Kleinen gebracht hat, gibt es erst am Morgen des 25.12.
Am Ende der Feier wird dann endlich gegessen: Im ganzen Land gibt es traditonell „Hallacas“ (gefüllte Maismehltaschen mit Fleisch und Gemüse), Kartoffelsalat mit Hähnchen, „Pan de Jamon“ (ein gerolltes Schinkenbrot) und zum Nachtisch meist einen weihnachtlichen Kuchen mit Nüssen. Die Jugendlichen gehen nach der Familienfeier oft noch in Clubs und feiern bis in den nächsten Tag hinein.

Auch unsere muslimischen und hinduistischen Mitarbeiter feiern Heiligabend und Weihnachten

Weihnachten kennt keine Grenzen

Auch unsere muslimischen Mitarbeiter, z.B. Alhousseni aus Guinea, Naim, Florent und Fatos aus Albanien und unser Siva, als Hinduist aus Sri Lanka, feiern hier in Deutschland Weihnachten. Für sie steht fest: Es ist nicht nur eine Frage der Religion sondern auch der Kultur. Und die Kinder in ihren Familien freuen sich natürlich riesig über die Geschenke, die sie bekommen – selbst wenn ganz eigene Traditionen geschaffen und gelebt werden: Weihnachten verbindet und bringt Kinderaugen zum Strahlen – überall auf der Welt :).

Diesen Beitrag teilen

Teile diesen Beitrag

Mehr lesen

Beitrag von


Beitrag von
Nicol

Nicol

Meet... Nicol



Werde unser Fan!